Psychotherapie


Es gibt viele Psychotherapie-Methoden. Aber: Die einzigen, die derzeit von den gesetzlichen Krankenkassen und den privaten Krankenversicherungen erstattet werden, sind 1. analytische Psychotherapie, 2. tiefenpsychologisch/analytisch fundierte Psychotherapie und 3. Verhaltenstherapie.

Ebenso, wie man darauf achten sollte, dass man sich (Behandler und Patient) gegenseitig "bekömmlich" ist, sollte man schauen, ob die jeweilige Psychotherapie-Methode "passt".

In meiner kassenärztlichen Praxis kann ich Ihnen die tiefenpsychologisch/analytisch fundierte Psychotherapie als Einzel- und als Gruppenbehandlung anbieten, wobei die Einzelbehandlungen analytisch orientiert (Couch) ablaufen, während die Gruppentherapie eher als psychodynamisch-interaktiv zu bezeichnen ist.

Die tiefenpsychologisch-analytisch fundierte Methode baut auf psychoanalytischen Grundkonzepten auf, findet aber niederfrequenter statt (meist nur einmal wöchentlich eine Sitzung) und mit insgesamt kleinerer Zahl an Sitzungen.

Obwohl die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie von den meisten Therapeuten im Gegenüber-Sitzen durchgeführt wird, bin ich schon vor Jahren dazu übergegangen, meine Einzelbehandlungen nur noch auf der Couch stattfinden zu lassen, denn die Behandlung greift meiner Erfahrung nach besser, wenn die Patienten entspannt liegen und somit nicht ständig kontrollieren müssen, wie der Therapeut gerade guckt, nachdem man über einen "sensiblen" Bereich gesprochen hat. So können sie eher in ihrem Gedanken-Flow bleiben.

Nicht nur Psychoanalytiker verwenden die Couch in ihrem setting, auch Daseinsanalytiker wie Gion Condrau sprechen sich für die Couch aus:
"Sie ist weit mehr als ein historisch bedingtes Ritual der Psychoanalyse. Sie erst ermöglicht die Gelassenheit, das Schweigen und das freie Verhältnis in der therapeutischen Begegnung. ... Der Analysand soll zudem gerade nicht als "Gesunder" ... angesprochen werden, sondern erfahren, dass er krank sein darf, dass er sich seinen Gefühlen und Gedanken hingeben und den Phantasien freien Lauf lassen kann und sich von den konventionellen Regeln der Höflichkeit und Wohlerzogenheit befreien darf.
Die analytische Grundregel, das freie Sprechen und Schweigen, lassen sich wohl am besten in der Couchlage verwirklichen. ... Die Couchlage bildet einen Teil des Atmosphärischen der Analyse. Sie erlaubt dem Therapeuten die für das Geschehen notwendige Zurückhaltung...Die Erfahrung zeigt zudem, dass in der vom Therapeuten abgewandten Liegehaltung bedeutend mehr wichtiges und die Konflikte erhellendes Erinnerungsmaterial auftaucht als bei der konventionellen Sitzordnung."
"Die Asymmetrie konstituiert Übertragungsprozesse der besonderen Art, weil sie in Beziehungen per se einen Regressionsreiz darstellt. Das gehört innerhalb einer Psychoanalyse zum Spiel, genauso wie die unbedingte Verlässlichkeit, mit der wir dem Analysanden zusichern, dass mit seiner Regression gut umgegangen wird, also sie zumindest an keiner Stelle ausgenutzt, gar missbraucht wird." (Diana Pflichthofer, Spielregeln der Psychoanalyse, 2012)